Was sind Binäre Optionen?

Binäre Optionen sind junge derivate Finanzinstrumente. Sie wurden in den 1990er Jahren für institutionelle Anleger entwickelt und ab 2008 für Privatanleger freigegeben. Ihren Namen tragen sie, weil prinzipiell nur zwei Möglichkeiten (= binär) gegeben sind: Die Option gewinnt nach Ablauf einen vorab festgelegten Betrag oder verliert komplett. Von diesem Grundprinzip gibt es natürlich Variationen, doch die binäre Funktionsweise ist immer gegeben. Interessant sind Binäre Optionen für Privatanleger, weil sie sich sehr einfach (auch mobil) und mit geringsten Kapitaleinsätzen handeln lassen.

Funktionsweise von Binären Optionen

Binäre Optionen lassen sich auf steigende oder fallende Kurse des Basiswertes setzen, des Weiteren auf das Berühren einer Preisschwelle, auf das Enden des Kurses in einer Range oder auf den Performancevergleich zweier Assets. Im Einzelnen gibt es folgende Optionsmöglichkeiten:

  • Call- und Put-Optionen: Der Trader gewinnt, wenn der Kurs des Basiswertes am Ende der Laufzeit gestiegen (Call) oder gefallen (Put) ist.

  • Touch-Optionen: Der Kurs muss eine bestimmte Preisschwelle berühren, die der Broker festlegt.

  • Range-Optionen: Der Kurs muss in einer bestimmten Preisspanne enden.

  • Pair-Optionen: Der Trader entscheidet vorab, welches von zwei ähnlichen Assets (zum Beispiel zwei Automobilwerte) sich in der Optionslaufzeit besser entwickelt.

Die Optionslaufzeiten betragen bei sogenannten Turbo-Optionen (sehr kurz laufende Call- und Put-Optionen) ab 15 Sekunden bis etwa zwei Minuten, ansonsten können sie im Minuten-, Stunden- und Tagebereich liegen. Einige Broker bieten auch Binäre Optionen über Wochen und Monate bis hin zu einem Jahr an. Eine Reihe von Zusatzfeatures machen den Handel interessanter. Dazu zählen

  • das vorzeitige Schließen einer Option (oft als “Early Closure” bezeichnet) unter einem gewissen Gewinnverzicht, wenn die Option schon im Gewinn liegt,

  • das Verlängern der Laufzeit (“Rollover”), damit die Option vielleicht noch später ihr Gewinnziel erreicht,

  • das Verdoppeln des Einsatzes (“Double Up”) auf eine im Gewinn liegende Option sowie

  • das prozyklische Aufstocken durch automatische Tools (“Ladder”).

Viele Broker bieten noch weitere Sonderarten und Features an. Unter anderem gibt es zu den Touch- und Range-Optionen auch die gegenteiligen No-Touch- und Out-of-Range-Varianten. Auch lässt sich bei manchen Brokern mit einem sogenannten Option Builder die Option selbst konstruieren. Welche Tools genau anzuwenden sind, hängt von der vom Broker verwendeten Handelssoftware ab. Neben Eigenentwicklungen einzelner Broker haben sich die drei Standardlösungen SpotOption, TechFinancials und Tradologic am Markt etabliert, die alle als sehr nutzerfreundlich gelten.

Binäre Optionen: Welche Renditen sind möglich?

Auf die Standard-Optionen Call, Put und Range bieten die Broker Renditen zwischen rund 65 bis 90 Prozent an, in Einzelfällen auch mehr. Interessant wird es bei den Touch-Optionen: Diese gelten als schwierige Spekulation, doch die Broker schütten im Gewinnfall sogenannte High Yield Renditen aus, die mehrere Hundert Prozent (im Extremfall über tausend Prozent) betragen können. Im Verlustfall erstatten manche Broker 10 – 15 % des Einsatzes zurück, andere nicht. Die Einsätze können sehr klein ausfallen. Bei den meisten Brokern genügen 25 Euro für das Buchen einer Option, manchmal sind es auch nur fünf oder gar nur ein Euro. Das bedeutet: Einem vergleichsweise sehr kleinen Verlustrisiko stehen hohe prozentuale Gewinnchancen gegenüber.

Basiswerte von Binären Optionen

sind Aktien und davon abgeleitete Indizes, Rohstoffe, Währungspaare und in Einzelfällen auch Anleihen. Beim Vergleich der Binärbroker fällt auf, dass diese einen unterschiedlich großen Basiswertekatalog führen. Bei einigen Brokern lassen sich etwa 30 bis 40 Assets handeln, manchmal sind es rund 100 bis 150 Werte, in einigen Fällen deutlich über 200 oder gar mehrere Tausend Basiswerte. Letztere sind bei Brokern anzutreffen, die neben Binären Optionen auch CFDs im Programm führen und daher traditionell mit einem riesigen Handelsportfolio aufwarten. Das wirkt dann zwar sehr beeindruckend, doch in der Praxis genügen den meisten Tradern wenige Dutzend Assets.

Binäre Optionen: Überblick über die Handelsstrategien

Es haben sich für Binäre Optionen verschiedene Handelsstrategien etabliert. Diese ähneln zumindest dem Namen nach den klassischen Strategien mit Derivaten, doch es gilt, gewisse Unterschiede zu beachten. Diese ergeben sich aus dem gänzlich anderen Risikomanagement bei Binären Optionen. Einen Stop Loss gibt es nicht, vielmehr entscheidet der Trader mit der Höhe seines Einsatzes über sein Risiko. Hier ein knapper Überblick:

  • Trendfolgestrategie: Der Trader geht von der Fortsetzung eines Trends aus und bucht in dessen Richtung eine Call- oder Put-Option. Mit dem Feature “Ladder” kann er diese noch aufstocken.

  • Volatilitätsstrategie: Wenn die Kurse stark schwanken, kann der Anleger hierauf mit Turbo-Optionen in beide Richtungen reagieren.

  • Absicherungsstrategie: Binäre Optionen dienen in so einem Fall dem Hedging (der Absicherung) von anderen Positionen zum Beispiel im Forexbereich oder mit klassischen Derivaten auf Aktien, Indizes und Rohstoffe. Auch lassen sich Binäre Optionen gegeneinander hedgen.